Damals war’s …


Die Anfänge des Projektes Xmorph gehen auf das Jahr 1987 zurück. Karsten und Michael hatten sich während der Ausbildung zum Schriftsetzer in Berlin kennengelernt. Das Instrumentarium des noch namenlosen Projektes bestand damals aus einem oder zwei Kochtöpfen, Drumstöcken, einem monophonen Synthesizer von Vermona (dem wir heute noch hinterhertrauern), einer Akustikgitarre, einem Vierkanalmischpult und später einem Vermona-Drum-Computer. Die Spuren wurden auf einem Kassettenrekorder aufgenommen, dann über ein kleines Mischpult geschickt, eine neue Spur wurde dazugespielt, und das Ganze auf einem zweiten Kassettenrekorder aufgenommen. Daß dabei der Rauschpegel hoch ging, störte die musikalischen Höhenflüge wenig.
Wir werkelten vor uns hin, füllten Kassette um Kassette, bis der Wehrdienst die erste Schaffensphase der späteren Xmorph-Mitglieder beschloß. Mit dem Ende des ostdeutschen Staates 1990 kam das Ende des Wehrdienstes und auf Initiative von Karsten fanden wir uns wieder zusammen – diesmal in der Wohnung von Karstens Freundin, auch in Pankow. Neue Zeiten schafften neue Möglichkeiten, Karsten kaufte sich einen Computer und es wurde das erste „richtige“ Keyboard angeschafft. Mittels Cubase und Midi entstanden neue Stücke – Micha hatte seine Aerosmith-Phase, also wurden Bläsersätze zur Mode. Der Klang verbesserte sich, hören konnten und wollten unsere Werke jedoch immer noch sehr wenige.

Vier Spuren und ein Zimmer

xmorph

Auf eine Anzeige „Projekt sucht Gitarristen“ meldete sich Marek. Nun trafen wir uns in Michas Lichtenberger Einzimmerwohnung. Die Wände haben gewackelt – Grunge-Musik war angesagt –, denn wir ließen es, so weit es eben ging, mit einem Vierspurrekorder, dem „richtigen“ Keyboard und zwei Gitarren, ordentlich krachen. Karsten spielte die Drums (übers Keyboard), Micha machte erste Versuche als Sänger. Leider war es mit seinen Künsten an der Gitarre nicht weit her, so fehlte Marek der richtige Partner. Kay, ein Bekannter von Karsten, kam dazu. Sein Musikgeschmack tendierte jedoch eher zu Dire Straits und Bluesrock. Wir schafften es, eine CD als „The Lab“ fertigzustellen, merkten aber bald, daß die Richtung, in die sich die Musik entwickelte, nicht die gewünschte war.

Also zogen wir einen Schlußstrich und machten ohne Kay weiter. Leider hatte sich inzwischen Marek von uns getrennt. In der Folge bestimmten technische, eher sphärische Klänge die Stücke. Karsten hatte inzwischen aufgerüstet, und so waren wir in der Lage, Harddiskrecording zu betreiben. Es enstand eine CD als „Tritanik“, genannt „Abyss“, mit zehn Stücken von Jungle über Pop bis hin zu Techno. Ein erster Meilenstein, nicht ausgereift, sowohl klanglich als auch musikalisch, aber präsentabel.

Studioerfahrungen

Im Studio
Umbenannt in Xmorph begannen wir, Karsten, Michael und Marek sporadisch an der Gitarre, 1998 im Keller von Karstens Haus mit der Arbeit an neuen Stücken, die sehr nach Pop klangen. Damals entstanden Tracks wie „Yasmin“, „Wir sind die Kosmonauten“ und „José El Moscito“ mit seinem spanischen Einschlag. Wir füllten eine komplette CD und nannten sie „Wir sind die Kosmonauten“. Der Titeltrack fand die Aufmerksamkeit der “Popagenten” auf Radio Fritz und belegte im Musik-Voting dieser Sendung einen respektablen 2. Platz.

Eine kurze Episode war das Studio in Berlin-Friedrichshain. Mit zwei anderen Musikern hatten wir uns dort eingemietet. Das Vorhaben, hier längerfristig ein Arbeitsumfeld für Xmorph aufzubauen, scheiterte jedoch an der Unzuverlässigkeit eines der Mitbetreiber. Wir zogen zurück ins Kellerstudio von Karsten.

Xmorph comes alive

2006 entschlossen wir uns, unsere Stücke eher als Songs anzulegen, um live auftreten zu können. Zum Glück half uns Marek an der Gitarre aus, was unseren Gigs mehr Lebendigkeit verlieh. Zusammen absolvierten wir 2007 fünf Konzerte: Im Zimmer 16, in der Junction-Bar, im Liebig19, im Zosch und im Acud-Sessioncafe. Leider nahmen die musikalischen Differenzen zwischen Marek und uns im Laufe der Zeit zu, und so hat er sich – zumindest was die Liveauftritte angeht – wieder von uns getrennt. Die Suche nach einem neuen Gitarristen brachen wir nach einigen Versuchen ab, als uns endlich klar wurde, wie wir unsere Songs präsentieren wollen: pur elektronisch, mit fetten Bässen und harten Synthesizer-Sounds. (m.s.)